Geschätzte NVDA-Anwenderinnen und -Anwender sowie jene, die es noch werden möchten,
Kennen Sie das? Sie navigieren in einer großen Excel-Tabelle zielsicher nach unten und rechts, und plötzlich wissen Sie nicht mehr, welche Bedeutung die aktuelle Zelle hat. Gehört diese Zahl nun zum Umsatz im Mai oder Juni? Ist das der Preis oder die Artikelnummer? Ständig wieder an den Anfang der Tabelle scrollen zu müssen, um die Überschrift zu lesen, kostet Zeit und Nerven.
Die gute Nachricht: NVDA kann Ihnen die jeweilige Zeilen- und Spaltenüberschrift beim Navigieren durch die Tabelle automatisch vorlesen. Aus der bloßen Ansage „C5“ wird dann beispielsweise die viel verständlichere Ansage „C5, Jahreszeit zum Pflanzen“.
Wie Sie das in Excel einrichten, schauen wir uns heute gemeinsam an.
Damit NVDA Ihnen die Überschriften überhaupt vorliest, muss eine bestimmte Einstellung aktiviert sein. Meistens ist das standardmäßig der Fall, aber wir prüfen es zur Sicherheit:
Nehmen wir an, in der ersten Zeile Ihrer Tabelle (A1, B1, C1 usw.) stehen die Überschriften der jeweiligen Spalten.
Wenn Sie sich nun in den Zeilen darunter bewegen und von Spalte zu Spalte wechseln, liest NVDA Ihnen automatisch die jeweilige Spaltenüberschrift vor.
Manchmal stehen die beschreibenden Informationen nicht oben, sondern links in der ersten Spalte (z. B. eine Liste von Mitarbeiternamen in Spalte A, während in den Spalten B, C und D deren Daten stehen).
Wenn Sie sich nun nach rechts durch die Spalten dieser Tabelle bewegen, wird NVDA Ihnen immer zuerst die Zeilenüberschrift (z. B. den Namen des Mitarbeiters) vorlesen.
Wenn Sie die Tabellenüberschriften nicht mehr benötigen oder sich geirrt haben, können Sie diese ganz einfach wieder löschen.
Wenn Sie mit diesen NVDA-Befehlen Überschriften in Ihrer Excel-Arbeitsmappe festlegen, werden diese unsichtbar direkt in der Datei als definierte Namensbereiche gespeichert.
Das Geniale daran: Wenn Sie diese Excel-Datei speichern und an eine andere blinde Person schicken, sind die Überschriften dort bereits automatisch eingestellt. Das funktioniert sogar herstellerübergreifend: Auch Nutzer des Screenreaders JAWS profitieren davon, da das System kompatibel ist. So machen Sie Ihre Excel-Tabellen mit nur einem Tastendruck für alle Screenreader-Nutzer ein großes Stück barrierefreier!
Heute werfen wir einen Blick auf ein ganz besonderes Jubiläum: 20 Jahre NVDA! Wenn wir auf die Geschichte unseres Screenreaders zurückblicken, hat Sean, einer der Kernentwickler, kürzlich eine beeindruckende, datengetriebene Retrospektive veröffentlicht. Diese Analyse unterstreicht den erstaunlichen und stetig wachsenden Einfluss, den unsere Community auf die Entwicklung von NVDA hat.
Die Zahlen spiegeln die fantastische Zusammenarbeit zwischen NV Access und der weltweiten Gemeinschaft seit den Anfängen wider. Hier sind nur einige der beeindruckendsten Statistiken:
Ein Meilenstein auf GitHub: Die Nummer 20.000 In diesem Zusammenhang gab es in den GitHub-Diskussionen auch einen Aufruf, Gedanken und Erinnerungen zu teilen. Passend dazu wurde kürzlich die runde Marke von 20.000 Einträgen geknackt! Diese Zahl setzt sich aus allen offenen und geschlossenen Themen (Issues), Code-Einreichungen (Pull Requests) und Diskussionen zusammen.
Diese beeindruckende 20-jährige Entwicklungsgeschichte ist für mich ein schöner Anlass, auch meine ganz persönlichen Erfahrungen zu teilen:
Im Jahr 2016 bin ich vom Screenreader Cobra auf NVDA umgestiegen. Das war anfänglich nicht immer leicht, weil gewohnte Arbeitsabläufe nicht mehr so flüssig und schnell erledigt werden konnten und weil ich andere Vorgehensweisen erlernen musste. Daneben war NVDA vor 10 Jahren auch bei weitem nicht so umfangreich und leistungsstark wie heute.
Rückblickend kann ich jedoch aus vollster Überzeugung sagen, dass ich seit gut 10 Jahren nur noch mit NVDA beruflich und privat arbeite und damit wirklich alles machen kann, was ich möchte.
Es ist einfach schön, dass es diesen frei zugänglichen Screenreader gibt, der von solch einer starken Gemeinschaft getragen wird. Ohne diese Community – sei es durch Code, Übersetzungen oder gegenseitige Hilfe – wäre digitale Teilhabe in diesem Umfang heute nicht möglich.
Feiern wir gemeinsam diese beeindruckende Entwicklung!